Faires Engagement bei Bäckerei Terbuyken gewürdigt

In der Traditionsbäckerei aus Düsseldorf werden seit 2012 in allen 24 Verkaufsstandorten nur noch fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt. Dies überzeugte in diesem Jahr auch die Jury von Fairtrade und verlieh dem Familienbetrieb den Fair Trade Award im Bereich Außer-Haus-Verpflegung.

Für den Geschäftsführer des Familienunternehmens in dritter Generation, Peter Terbuyken gehört verantwortungsbewusstes Wirtschaften zum Selbstverständnis des modernen Bäckereibetriebes. Die Bäckerei bäckt zum Beispiel einige ausgesuchte Brote, Brötchen und Kleingebäckteile in Bio Qualität und unterstützt auf diese Weise die Bio Bauern aus der Region. Außerdem ist die Stromversorgung der insgesamt 24 Filialen in Düsseldorf und Erkrath zu 100 Prozent Öko und die Brötchentüten sind CO2 neutral zertifiziert.

„Es war nahe liegend, sich nicht nur um regionale Nachhaltigkeit zu bemühen, sondern auch globale Produkte mit in die Überlegungen einzubeziehen“, so Peter Terbuyken. Weil Kaffee ein leicht verfügbares Produkt und ein Synonym für den fairen Welthandel ist, beschloss Terbuyken kurzerhand den Verein Fairtrade Deutschland zu kontaktieren, um nach Lieferanten und den Möglichkeiten zu forschen. Das Ziel war, den kompletten Kaffeeausschank in allen Verkaufsstellen auf Fairtrade Kaffee umzustellen.

Preisverleihung an Terbuyken (Abgebildet: Ursula Karven, Joy Terbyuken, Peter Terbuyken, Anke Engelke) Foto: Selina Pfrüner/TransFair e.V.

Preisverleihung an Terbuyken
(Abgebildet: Ursula Karven, Joy Terbyuken, Peter Terbuyken, Anke Engelke)
Foto: Selina Pfrüner/TransFair e.V.

Um aber nicht an der Zielgruppe vorbei zu planen, befragte Terbuyken seine Kunden zuvor nach Zustimmung oder Ablehnung des Fairtrade Produktes und war erstaunt über die durchweg positive Resonanz. „Rund 98 Prozent unserer Kunden waren für den flächendeckenden Einsatz mit Fairtrade Kaffee. Es war ihnen sogar der Mehrpreis von 10 Cent pro Angebot wert“, freut sich Terbuyken noch heute über den Zuspruch.

Faitrade Deutschland informierte Terbuyken daraufhin über verschiedene Produkte und Röstungsstufen, die sich für die professionelle Siebträgermaschine der Bäckerei eignen könnten. Schnell entstand daraufhin der Kontakt mit dem Partnerunternehmen von Fairtrade und Kaffee Lieferanten Darboven GmbH & Co. KG. „Darboven war unter anderem deswegen sofort in der engeren Wahl, weil der Weg vom Produzenten zum Verarbeiter transparent ist und regelmäßige Kontrollen zu den Lebensbedingungen der Kleinbauern erfolgen“, so der Handwerksbäcker und studierter Betriebswirt.

Ob sich der Absatz von Kaffee allein mit der Umstellung auf die fair gehandelte Bohne positiv entwickelt hat, kann Terbuyken allerdings nicht mit Gewissheit sagen. Vielmehr glaubt er an das Zusammenspiel von einem qualitativen Qualitätsprodukt aus der Siebträgermaschine und dem Zusatzangebot an kostenfreien Kaffee flavour oder auch Sojamilch.

Die hausinterne Überzeugung für Fairtrade geht allerdings weiter. Orangensaft soll zeitnah ebenfalls nur noch aus fairem Handel bezogen werden, die Vorbereitungen laufen bereits. „Wir würden gerne auch Schokolade nur noch mit dem Fairtrade Siegel beziehen, aber hier haben wir als Bäcker hohe Qualitätsansprüche, die ich bis dato so noch bei keinem Lieferanten finden konnte“, stellt Terbuyken fest, „aber natürlich bleiben wir dran bis wir das richtige Produkte gefunden haben.“

Transparenter Bio Einsatz in der Gastronomie ?

Im Supermarkt bereits selbstverständlich, führt das Bio Siegel in der Gastronomie jedoch noch immer ein Nischendasein. Rechtliche Vorschriften scheinen nur bedingt zu helfen, denn der Anreiz Bio zu verarbeiten ist weiter, als der Wunsch, dies ordnungsgemäß kontrollieren zu lassen.

Die Redakteurin Eva Oer wagte im Februar in der taz  eine kritische Bestandsaufnahme über die rechtlich vorgeschriebene Bio Zertifizierung in der Gastronomie.

In Deutschland ist seit 2003 jeder Gastronom, der ein Bio Angebot bei verarbeiteten und unverpackten Speisen kommuniziert, unabhängig von der Einkaufsmenge, rechtlich verpflichtet, sich Bio zertifizieren zu lassen. Erfolgt dies nicht, macht er sich gemäß der Öko Verordnung strafbar.

Wie die taz verkündet, sind laut dem Beratungsunternehmen a’verdis GbR aus Münster  in Deutschland inzwischen etwa 2.500 Küchen Bio zertifiziert. Eine ebenso geschätzte Anzahl soll zwar Bio einsetzen und kommunizieren, unterzieht sich aber keiner Kontrolle. Scheinbar sind seitens der Behörde, die zuständig wären, auch keine Prüfungen bei Gastronomen geplant. Sind „die Ehrlichen also die Dummen“, wie Jochen Neuendorff, Geschäftsführer der Kontrollstelle Gesellschaft für Ressourcenschutz aus Göttingen es formuliert?

Wie viel Bio Ehrlichkeit zählt in der Gastronomie?

Wie viel Bio Ehrlichkeit zählt eigentlich in der Gastronomie?

Als Reaktion auf den Artikel fragt die Die BioKüche Das Magazin für nachhaltiges Kochen vom Verlag Neuer Merkur auf facebook seine Follower nach der Sinnhaftigkeit der Bio Zertifizierung in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung.  An der Diskussion beteiligt haben sich allerdings lediglich zwei Personen .

Bio Gastronomie in Dänemark
Während in Deutschland ganze Bio Speisen, Bio Komponenten oder auch nur einzelne Produkte ausgelobt und zertifiziert werden können, teilt Dänemarkin den Status Bronze, Silber und Gold und ordnet so den mengenmäßigen Bio Einsatz im Gegensatz zur Gesamtmenge der verarbeiteten Lebensmittel von 30 – 100 Prozent zu.

In Dänemark sind inzwischen 641 Küchen aus Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung Bio zertifiziert. Aber auch hier im hohen Norden unterzieht sich nicht jeder Gastronom einer Kontrolle, wie Line Skouboe, Pressesprecherin des Verbandes Organic Denmark, mitteilt. Sie mutmaßt, dass entweder die Mindestmenge von 30 Prozent unterschritten wird oder die Küche den Aufwand scheut, den Anteil zu bestimmen. „Aber“, so  Skouboe, „damit vergibt sich die Küche immer auch die Chance, das Bio Siegel den Gästen als Alleinstellungsmerkmal präsentieren zu können.“

Keine Zertifizierungspflicht in den Niederlanden
In den Niederlanden hingegen sind Gastronomen mit offensichtlichem Bio Angebot nicht in der Pflicht, sich zertifizieren zu lassen. Dennoch gibt es laut Mariken de Bruijn, Kommunikationsmanagerin der Bio Kontrollstelle Skal, etwa 19 Küchen, die sich freiwillig einer Kontrolle des privaten Anbauverbandes EKO-keurmerk foundation unterzogen haben und mit einem Siegel werben. Für diese wenigen Gastronomen ist die Entscheidung ein selbst gewähltes Marketinginstrument. Er bleibt als einer unter Wenigen.

Nur kritische Gäste bewegen Gastronomen ohne Bio Zertifikat
Seit dem Jahr 2000 sind in der Bundesrepublik viele Kampagnen ins Leben gerufen worden, um Gastronomen und Leiter von Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen vom praktikablen und sinnvollen Bio Einsatz zu überzeugen. Der Erfolg kann sich trotz aller Bedenken sehen lassen.

Bisher allerdings liegt die Aufklärung der Gäste über den Sinn und Nutzen eines offiziell zertifizierten Betriebes immer in den Händen der einzelnen Verpflegungsmanager. Kaum ein Gast weiß nach einem Blick in die Speisekarte, ob Betriebe vertrauenswürdig sind und wann es wertlose Lippenbekenntnisse sind.
Im Supermarkt prüft inzwischen jeder Verbraucher die Verpackung nach dem Bio Siegel, in der Gastronomie scheint diese Notwendigkeit zwar bei einigen Köchen, nicht aber bei den Gästen angekommen zu sein.

In einem sich selbst regulierenden Markt sollte der Aufruf möglicherweise nicht an die Kontrollinstanzen gehen, sondern an Multiplikatoren, die die Macht haben, nach einem mündigen Konsument auch einen mündigen Gast an den Tisch zu bekommen.

Konsumenten Test – eine Chance für Bio- Hersteller

Produkteinführungen sind immer ein Wagnis. Der Markt undurchsichtig, die
Konsumenten nicht einzuschätzen. Marktforschungsinstitute versuchen das Produkt
planbarer zu machen und bieten entsprechend kostenintensive Daten und Services.
Das junge Unternehmen Bio Republic UG, gegründet 2013 bietet gezielte Verbraucher-Tests für Hersteller im Bio Markt  für deutlich kleinere Budgets an.

Gerade kleinere Unternehmen, neue Marktteilnehmer oder Positionierungsstrategien
für den deutschen Markt  sind sich über den Erfolg eines Produkt-Launches oft unsicher. Denn im Vorfeld lässt sich die Reaktion der  Verbraucher schwer bestimmen, viele Analysen bleiben in der Theorie der Marktdaten stecken und jeder Produktmanager stellt sich die Frage, ob die die
Rezepturen, die sorgfältig ausgewählt wurden den Geschmack oder Qualität so transportieren, dass Konsumenten gerne zugreifen.

Oft ist der Erfolg erst absehbar, wenn das Produkt bereits im Einkaufsregal steht und viel Geld ausgegeben wurde. Floppt das Angebot ist die Enttäuschung groß und im schlimmsten Falle die Budgets ausgeschöpft.

Chance: Produkt Pre-Test von Konsumenten für Bio Hersteller

Dabei muss in einem Fall der unbefriedigenden Absatzzahlen oft gar nicht das ganze Produkt verbessert werden. Manchmal sind es nur wenige Kriterien, die einer Verbesserung bedürfen. Möglicherweise trifft die Verpackung nicht den Nerv der Zielgruppe oder der verwendete Duftstoff wird abgelehnt. Doch um Verbesserungen einzuleiten, müssen die Erwartungen der Verbraucher bekannt sein. Marktforschungen sind gängige Methoden, dies im Vorfeld herauszufinden aber meistens indiskutabel teuer.

Konsumenten testen nachhaltige Produkte für Bio-Hersteller

Die Plattform von Bio Republic hat es sich zum Ziel gesetzt, den nachhaltigen Konsum zu fördern. Hierzu bietet es Herstellern der Bio Branche die Chance, ihre Produkte von Verbrauchern unter dem eigenen Markennamen oder anonym testen zu lassen.

Entscheiden sich Hersteller zu dieser Aktion, wird das zu testende Produkt als Produkt der Woche über Soziale Medien und der Plattform von Bio Republic eingeführt. Das führt neben den Testergebnissen zur verbesserten Markenbekanntheit durch Empfehlung. Denn neue oder etablierte Marken werden von Community-Mitgliedern getestet, bewertet und zum Beispiel im Freundeskreis und über Social Media Kanäle weiterempfohlen.

Das zu testende Produkt wird dann als kostenfreie Ware inklusive eines Fragebogens an Verbraucher geschickt. Die Konsumenten testen, notieren ihre Meinung und senden  das Feedback zurück. Bei Bedarf kann auch eine umfangreichere Online-Umfrage implementiert und dann ausgewertet werden.

Referenzen von Bio Republic sind zum Beispiel Sarah Wiener Produkte GmbH oder BAOLA Erfrischungsgetränk aus dem Lebensmittelbereich. Drogerieartikel wie der schwedische Hersteller Naty by Nature und SWAK-Zahnbürste haben das Angebot ebenfalls in Anspruch genommen und aus dem nachhaltigen Produktangebot wurde Eco Saponine Universalreiniger von memo sowie der wiederverwendbarer Obst- und Gemüsebeutel aus Bio-Baumwolle von Re-Sack getestet.

Testergebnisse, die nicht anonym waren, können hier nachgelesen werden.

Norwegen: Fleischloser Montag für Soldaten

Veggie-Day heißt es seit Mitte November jeden Montag in allen Bereichskantinen der Norwegischen Armee. Das bedeuten 35.000 fleischfreie Mahlzeiten, die jeden Montag in allen Kantinen der Norwegischen Armee für Heer über Luftwaffe und Marine zubereitet werden. „Zwar agieren die einzelnen Verpflegungsküchen unabhängig voneinander, zentral gesteuert wird allerdings die grundsätzliche Speisenkonzeption mit dem notwendigen Ernährungs-Standard für Soldaten sowie die Verträge mit Lieferanten“, so Pål Stenberg, gastronomischer Leiter der Norwegischen Verteidigung.

„Die Umsetzung des Veggie-Days in der Armee sind großartige Nachrichten“, bestätigt auch Håkon Fossmark, Communications Manager der norwegischen Umweltschutzorganisation Framtiden i vaare hender (dt.: Die Zukunft liegt in unseren Händen). Denn jeder Norweger esse im Laufe seines Lebens 1.200 Tiere. Mit dem Veggie-Day sollen immerhin 150 Tonnen Fleisch pro Jahr eingespart werden.

Unabhängig vom neuen vegetarischen Montagskonzept, werden bereits 15 Prozent des gesamten Lebensmittelbudgets in Bio Produkte investiert. Zum Beispiel verarbeiten die Küchen Milch, Eier, Hackfleisch, Käse, Reis, Nudeln und Tomaten aus kontrolliert biologischem Anbau bestätigt Stenberg.

Angepasst: Die10 Regeln der DGE

Immer mit dem Anspruch praktikabel und einfach umzusetzen, richten sich die Ernährungsempfehlungen für eine vollwertige Ernährung der Deutschen Gesellschaft der Ernährung (DGE) nach neusten wissenschaftlichen Kenntnissen. Für viele Verbraucher sind die Regeln der DGE gute Maßgaben, um den eigenen Speisenplan zu optimieren. Und selbst wenn sich die sprachlichen Anpassungen an modernen Zeiten orientierten, so waren die Ernährungsprobleme auch in der Vergangenheit kaum andere.

Die Grundlagen
Begonnen hat es mit der ersten Regel: „Gut gekaut ist halb verdaut“, die von der DGE schon

Die 10 Regeln der DGE.  Quelle: „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., Bonn”

Die 10 Regeln der DGE. Quelle: „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., Bonn”

1956 herausgegeben wurde. Seitdem wurde an moderne Zeiten kontinuierlich angepasst.
Der letzten Modifikationen im Jahre 2ooo entsprang zum Beispiel auch die erfolgreiche Verbraucherkampagne „5 am Tag„, denn drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag schützen vor Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen und Bluthochdruck. Im Jahr 2000 tauchten erstmals auch Aspekte zum Bewegungsverhalten auf (10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben)
Zusammenfassend war ein bunter Speisenplan allerdings immer genauso wichtig wie der Genuss von Vollkornprodukten und viel Obst und Gemüse. Dieses Credo verfolgen auch wieder die Neuerungen im November 2013.

Neue Empfehlungen
Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen soll nun in weißes und rotes Fleisch unterschieden werden. (4. Milch- und Milchprodukte täglich, Fisch ein- bis zweimal in der Woche, Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen), denn zu viel rotes Fleisch und Fleischerzeugnisse erhöhen laut Studienergebnissen das Risiko an Mastdarm- und Dickdarmkrebs zu erkranken.

Trinken ist immer noch genauso wichtig. Doch kommuniziert die DGE in der neuen Version genau, dass zuckergesüßte Getränke selten verzehrt werden sollen.

Nachhaltigkeit in den Ernährungsempfehlungen
Tierischer Erzeugnisse, allen voran Rind, Schaf und Ziege, sind in der Produktion deutlich energieintensiver als pflanzliche Produkte. Das soll der Verbraucher beachten. Je weniger vorverarbeitet das Lebensmittel, desto weniger ist der Emissionsausstoß. Je saisonaler die Rohware desto besser für unser Treibhauseffekt.
Die empfohlenen 30 – 60 Minuten Bewegung pro Tag sollen das Gewicht regulieren aber durch Fußwege und die Nutzung des Rades soll gleichzeitig auch die Umwelt geschont werden.

Die DGE verbindet damit erstmals die Kriterien der Nachhaltigkeit mit der empfohlenen Lebensmittelwahl und erweitert die Ernährungsempfehlungen zur Ess- und Lebensphilosophie.

Gesunde Kohlenhydrate: Neue EU Verordnung für die Kommunikation

Haferflocken: Dürfen seit dem 13.11.2013 gesundheitsbezogene Werbung kommunizieren

Haferflocken: Dürfen zum Beispiel seit dem 13.11.2013 gesundheitsbezogene Werbung aufführen

Seit dem 13. November ist es laut der EU Verordnung Nr. 1018/2013  (diese ist eine Änderungs-Verordnung zur VO 432/2012) zugelassen, bei kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln den Vermerk „Kohlenhydrate tragen zur Aufrechterhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei“ zu kommunizieren. Um Verbraucher nicht zu täuschen, ist gemäß der Verordnung der Hinweis, dass „sich die positive Wirkung bei einer täglichen Aufnahme von 130 Gramm Kohlenhydraten aus allen Quellen einstellt“ hinzuzufügen.

Vor allem betroffen von der Änderung dürfte die Nährmittelbranche sein. So hat die Allgemeine Bäckerzeitung bereits per Newsletter informiert und auch der Getreidenährmittelverband begrüßt die gesetzliche Neuerung in einer Pressemeldung.

Sinkende Kaffeepreise

Tchibo hat bereits im September begonnen, Aldi und Norma folgen. Zur Freude der Konsumenten korrigieren Discounter und Einzelhandelsunternehmen den Kaffeepreis nach unten. Wer jetzt bei Aldi und Norma Kaffee auf Vorrat kaufen möchte, spart 20 Cent pro Pfund. Tchibo vergünstigt sein Angebot für die gleiche Menge sogar um 50 Cent.

Mit jedem Kilo Röstkaffee, der in Deutschland importiert wird, verdient der Staat durch das Kaffeesteuergesetz 2,19 Euro. Allein in 2012 sind über diesen Weg etwa 1 Milliarde Euro Einnahmen entstanden.

Grundlage für die Preisreduktion aber ist der fallende Weltmarktpreis für Kaffee, der vom vom ICO (International Coffee Organization) in London ermittelt wird. Der Preis ist so niedrig, wie zuletzt im April 2009  wie die Medien berichten. Der ICO-Korbpreis sei im September auf 111,82 US-Cents je Pfund (lb) gefallen. Dieser Trend setze sich im Oktober 2013 noch weiter auf 99,86 US-Cents/lb fort. Vor gut zwei Jahren habe dieser Korbpreis noch deutlich über 200 Cents/lb gelegen.

6,9 kg Bohnen oder Kaffeepulver trinkt kauft jeder Deutsche im Jahr

6,9 kg Bohnen oder Kaffeepulver kauft jeder Deutsche im Jahr

Der Weltmarktpreis für Kaffee vereinheitlicht  Sorten und Produktionsprozesse und ist somit ein Durchschnittspreis, der sich aus Arabica- und Robusta-Bohnen zusammensetzt. Spezialitäten und Qualitätsstufen werden bei der Ermittlung kaum berücksichtigt. Viele Bauern im Süden können mit einem niedrigen Kaffeepreis kaum ihre Produktionskosten decken.

Weil sich die meisten Märkte inzwischen liberalisiert haben und es kaum noch staatliche Insititutionen der Großplantagen gibt, sind die Erzeuger hauptsächlich Kleinbauern, die keine Maschinen zur Verfügung haben und die Kaffeekirschen von Hand pflücken. Der meiste Kaffee kommt aus Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Indonesien und Mexiko – Entwicklungsländer für die Kaffee eine wichtige Einnahmequelle bedeutet. Die seit Jahren schwankenden Weltmarktpreise machen es den Bauernfamilien schwer, eine verlässliche Einnahmequelle zu generieren. Denn die Beteiligung der Bauern und auch das Wissen über Märkte sind gering. So verkaufen sie die arbeitsintensive Ernte des Kaffees an Zwischenhändler zu selbstzerstörerischen Preisen, die noch unter dem Preis der Weltdotierung liegen.

Fair gehandelter Kaffee garantiert den Kleinbauern hingegen einen festen Mindestpreis. Liegt der Weltmarktpreis höher als dieser Mindestpreis, wird der Transfair Kaffee ebenfalls nach oben korrigiert. Der gemeinnützige Verein FairTrade berichtet, dass der Anteil an fair gehandeltem Kaffee mit 9.300 Tonnen in Deutschland 2012 bei nur 2,2 Prozent lag. Alle anderen Kleinbauern sind abhängig vom Weltmarktpreis. Demnach freuen sich zwar viele Konsumenten aber die wenigsten Erzeuger über fallende Preise.

Was ist eigentlich Gummi arabicum

Wer Lakritze mag, findet unter den Inhaltsstoffen oft auch Gummi arabicum oder E414. Aber auch in anderen Süßigkeiten, Getränken oder Torten wird der Stoff zugesetzt. Gummi arabicum ist das Erzeugnis aus dem Harz einer afrikanischen Akazienart. Pro Baum werden jährlich 1-2 kg Gummi arabicum geerntet. Dabei werden die Bäume alle zwei Tage untereinander V-förmig eingeritzt, damit jeweils etwa ein walnussförmiger Tropfen austreten kann. Der Harz besteht aus weit verzweigten Kohlenhydraten (Polysaccharide).

Werden diese Kohlenhydrate mit Wasser gemischt, entfaltet der Stoff seine verdickende Wirkung. Außerdem ist Gummi arabicum in der Lage, Emulsionen (Fett-Wasser-Gemische) und Schäume zu verbinden. In Säften und Getränken beispielsweise hilft er, schwebende Stoffe fein verteilt zu halten.

Die Lebensmittelindustrie freut sich über die wertvolle Ernte der Akazien: Gummi arabicum gilt als unbedenklich und wird gerne als Stabilisator oder Verdickungsmittel eingesetzt. Höchstgrenzen existieren für Gummi arabicum nicht, denn der Dickdarm zersetzt Gummi arabicum einfach nur in kurzkettige Fettsäuren. Es soll allerdings immer nur so viel verwendet werden, wie notwendig für den gewünschten Effekt ist. Allergische Symptome können vorkommen, sind aber selten. Auch in Bio Lebensmitteln ist Gummi arabicum laut der EG-Öko Verordnung zugelassen. Dann muss Gummi arabicum aber natürlich aus kontrolliert biologischem Anbau bezogen werden.

Lebensmittel per Mausklick

Abo Kiste war gestern. Inzwischen bieten zahlreiche Online Anbieter die Möglichkeit, per Mausklick einzukaufen.

Vor gut einem Jahr hat Food.de einen Supermarkt für den 24-Stunden Einkauf im Internet erschaffen. Das Vollsortiment umfasst 10.000 Artikel. Gestartet wurde in der Hauptstadt, doch  inzwischen können Großstädter aus Frankfurt am Main, Köln und 25 weiteren deutschen Standorten das Angebot nutzen. Laut Bericht der Allgemeinen BäckerZeitung kann eine Bestellung jüngst auch in Süddeutschland, München erfolgen. 5 Euro Aufschlag kostet die Lieferung bis zur Haustür, der Kunde kann sich dabei von Montag bis Samstag zwischen 08.00 und 22.00 Uhr in sechs vorgegebenen Zeitfenstern zwei beliebige Stunden aussuchen. Wird vor zwölf Uhr bestellt, klingt der Einkaufsbringer noch am selben Tag an der Haustür.

Auf Food.de sind die Produkte Warengruppen zugeordnet. Bei Klick öffnet sich ein „Regal“ und die einzelnen Artikel sind nebeneinander bildlich angeordnet und können so bequem in den virtuellen Einkaufskorb gelegt werden. Die Preise sollen sich nicht von Supermarktpreisen unterscheiden. 500g Paket Kaffee Dalmeyer Prodomo kostet zum Beispiel 5,50 €, ein halbes Kilo Naturjoghurt von Andechser 1,20 € und ein Blumenkohl 1,53 €.

Food.de

Food.de: Lebensmittel-Shopping online möglich

Die Gründer Karsten Schaal und Christian Fickert sind Leipziger und werden von Anfang an von den heimischen Business Angels Lemonade Invest und Venture Elements unterstützt.
Food.de ist außerdem Gründungsmitglied des Bundesverbands Lebensmittelonlinehandel (bvlo) ist. Ziel des Verbands ist die Förderung des Onlinehandels mit Gütern des täglichen Bedarfs. Die Lebensmittelpraxis berichtete zur Gründung des bvlo im April 2012, dass nur 200 Millionen Euro Umsatz im Lebensmittel Online Handel generiert wurden. Das entspricht einem 0,2 prozentigem Anteil am gesamten deutschen Lebensmittelmarkt. Das Potenzial liege bei 1,5 Prozent bis 2016, wobei das größte Hemmnis das fehlende Vertrauen in die Lebensmittel sei.

Mehr Unternehmen im Online-Lebensmittelhandel auch unter: netzkonsum.de

Tschechien und Österreich: Mehr Nachhaltigkeit in der Großküche

Obwohl immer mehr Menschen außerhalb ihrer eigenen vier Wänden essen und vor allem das Mittagsangebot in Betriebsgastronomien, Schulen oder Heimen einnehmen, stehen Großküchen  unter enormen Kostendruck. Das Speisenangebot fällt demnach oft den ökonomischen Anforderungen zum Opfer. Ein Trend, der nicht nur hierzulande, sondern auch in Tschechien und Österreich gilt.

Umbesa– das Forschungsprojekt aus Österreich und Tschechien nimmt sich dieser Thematik an. Mitte 2012 ins Leben gerufen, sollen Großküchen bis Ende 2014 ihr Speisenangebot nachhaltig gestalten und regionale, saisonale und biologische sowie frische Lebensmittel anbieten. An dem Projekt nehmen 6 Großküchen aus Österreich und 10 aus Tschechien teil. Die Maßnahmen reichen von der Analyse der Speisenpläne über den Austausch von Convenience Produkten mit Frischware bis über Schulungen für das Küchenteam. In allen Küchen zählt dabei stets der Blick auf die Kosten, die durch Energieeinsparung oder weniger teurer Importware dem Druck standhalten sollen.

Ein Netzwerk zwischen regionalen Lieferanten und Großküchen soll etabliert werden, um ortsnahe Bezugsquellen für Großküchen langfristig identifizieren zu können. Außerdem soll mit Ablauf des Projektes ein nachhaltiges Speisenangebot auch in der Aus- und Weiterbildung aufgenommen werden.

Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE)-INTERREG IVA AT-CZ. dem Lebensministerium, Stadt Wien MA22 (ÖkoKauf), dem Amt der OÖ Landesregierung, Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport, Fachhochschule Wien und dem Ministerium für regionale Entwicklung, Südböhmische Universität Budweis, Fachschule Jihlava.